Hafenfest 2019 im Naturfreibad Müsen


“Wir haben ein Schiff, ihr habt ein Freibad...” - ein Erlebnis seit 2002

Hafenfest? So etwas gibt es in Hamburg, Bremerhaven, Rostock, Kiel - aber in Müsen!? Natürlich! Und das ist auch nur konsequent, wenn man im Dorf mit dem TuS Müsen den größten Hafenbetreiber zwischen Ferndorf und Hilchenbach und dem Löschzug Müsen einen kreativen Reeder hat.

 

Alles begann auf einer Geburtstagsfeier und mit zwei Flaschen Bier mit der lapidaren Feststellung: „Wir haben ein Schiff, ihr ein Freibad.“

Wir, damit war die Freiwillige Feuerwehr Müsen gemeint, mit “ihr” der Turn- und Sportverein. Niemand ahnte kurz nach der Jahrtausendwende, welche Wellen dieser Satz bald darauf schlagen sollte. Er war quasi der Grundstein für ein Fest, das es in dieser Form bis weit über die Grenzen des Siegerlands noch nicht gegeben hat: das Müsener Hafenfest.

 

In der Tat: 8000m² Wasserfläche, da passt der seinerzeit in Duisburg „gekaperte“ und zum „Feuerlöschboot“ umfunktionierte Versorgungskutter locker drauf. Und 12000m² Liege-, Spiel- und Aktionswiese reichen allemal, um dort eine Hafen-Atmosphäre mit all ihren Reizen zu schaffen.

 

Schon der Transport vom eigentlichen Liegeplatz des Bootes bis zum Freibad-Parkplatz erfordert den Einsatz von schweren Fahrzeugen.

Bis zum Stapellauf am Samstag gilt es Unmengen zu organisieren und zu bedenken. Dann endlich ist es so weit: Ein Spezialkran hievt das 11 Meter lange, 3 Meter breite und knapp 8 Tonnen schwere Schiff vom Bürgerhaus-Parkplatz über den Damm ins Naturfreibad.

Die Woche ist gespickt mit täglichen Höhepunkten wie Frühschoppenkonzert mit, Livebands, Hafenparty und natürlich den täglichen Butterfahrten an der Fontäne und der schwimmenden Südseeinsel entlang.

 

285 Helfer gewährleisten einen reibungslosen Ablauf. Selbst aus der Hansestadt Hamburg waren bereits Besucher zugegen – und staunten Bauklötze.


Fischmarkt, Landungsbrücken, Herbertstraße und Haifischbar im höchst gelegenen Binnenhafen Deutschlands

Das erfolgreiche Grundkonzept behalten die Ausrichter über die Jahre natürlich bei, gleichwohl gibt es gegenüber der Premiere bei jedem Fest einige Veränderungen, Highlights und „Schmankerl“.

 

Besonders in den Abendstunden ist das beleuchtete Freibad von einem echten Hafen kaum zu unterscheiden. Bereits lange bevor die „Muzena“ erstmals die Leinen losmacht, übersteigt die Anzahl der Anfragen die der Hafenrundfahrten jedes Mal erheblich.

Eigens gebranntes „Brackwasser“, ein klarer Kräuterschnaps, geht runter wie Öl. Rund 2000 Passagiere aus nah und fern gehen auf jedem Hafenfest an Bord der „Muzena“. 2100 Brötchen, 1040 Matjesheringe und 460 Rollmöpse landen durchschnittlich in hungrigen Mägen.

Doch nicht nur einfache Rundfahrten stehen zur Buchung an – nein, manchmal soll es schon etwas Besonderes sein. Hochzeits-Kreuzfahrten, Firmen-Events, Fernseh-Reportagen – all das ist möglich an Bord von MS Muzena.

 

Acht Tage dauert die sechste Auflage des Müsener Hafenfestes. Vom heutigen Samstag bis zum 14. September steht jeder Tag unter einem anderen Motto (siehe Extrakasten). Ob die bekannte bayrische Partyband Herz-Ass am 1. Samstag, das zünftige Frühschoppen am Sonntag oder die DJ-Party am Freitagabend. Die Müsener Wehrleute und der Turnverein feiern jede Altersgruppe und Musikgeschmack. An den Wochentagen gibt es vor allem Livemusik. Rockig wird’s am Mittwochabend mit AAaP und Grandmamas Backside. Urig am Dienstagabend mit Shantychor und Spielmannszug. Donnerstag gibt es erstklassige Klänge vom Musikverein Müsen und dem Hilchenbacher Feuerwehrchor.

 

Am letzten Samstag schließlich feiern die Müsener ihren „Festausklang nach Müsener Art“. Wer jedoch die Müsener Feste kennt, weiß, dass sich mit dem Festausklang noch einmal eine einmalige Atmosphäre entwickelt, die sich weit über das Ferndorftal hinaus herumgesprochen hat. Aus dem Allgäu kommen beispielsweise die U-Boot-Freunde Oberegg im Rahmen ihrer freundlichen Feindfahrt und bringen gleich eine eigene Band und noch ein paar Überraschungen mit. Aus dem niedersächsischen Nartum bei Hamburg – und doch weit weg von irgendeinem Gewässer - macht sich der örtliche Hafenverein auf den Weg ins Siegerland und hat einen waschechten Shantychor mit an Bord.